MADS: Mädchen aus Dalit-Familien stärken

Von Pfarrer Lourdhu Jeevaraj aus dem Erzbistum Madurai in Südindien, der 2021 an Corona verstorben ist, wurde dieses Projekt im Jahr 2018 ins Leben gerufen. Es ist ausschließlich für Mädchen aus einfachen armen Dalit-Familien bestimmt. Anfänglich wurde dieses Projekt nur für die Dalit-Mädchen aus seiner Heimat gedacht.  Da es in seiner Heimat aber nicht so viele Mädchen gab, die eine Schule besuchten und das Projekt auch geografisch ausgedehnt werden sollte, weil es sonst ein bisschen einseitig wäre, wurde es für alle aus sehr armen Verhältnissen stammenden Dalitmädchen ausgedehnt. Seit 2020 kommt dieses Projekt vielen Dalitmädchen aus der Diözese Madurai zugute.
Seit 2023 haben wir mit Hilfe von Frau Angela Madaus aus Pliezhausen Patenschaften zwischen den Kindern und den Wohltätern entwickelt. Mein Besuch bei Pfarrer Herrn Hermann im letzten Sommer am 18.08. hat viel dazu beigetragen, dass das Projekt mit der Franziskusgemeinde ins Laufen kam. Besonderer Dank gilt Frau Angela Madaus für alle fleißige Mühe, die entsprechenden Paten für die Kinder zu finden.  Bisher haben wir für 35 Mädchen einen Paten oder eine Patin gefunden. Das ist schon eine große Sache. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, bei Pfarrer Hermann, Frau Madaus, bei allen Paten und Herrn Reichert aus dem Bistum Rottenburg.
Anfang November 2024 haben wir für 50 Mädchen aus dem Bistum Rottenburg einen Betrag von 6040 Euro überwiesen bekommen. Der entsprechende Betrag in indischer Währung ist aus dem Audit Statement (von staatlich angestellen Kassenprüfern) zu entnehmen.  Daraus kann auch im Detail entnommen werden, wie viel Geld jedes Mädchen bekommen hat.
Ursprünglich wollten wir diese Geldgeschenk-Zeremonie in einem festlichen Rahmen in Kodaikanal gestalten. Kodaikanal liegt etwa 2500 Meter hoch. Es ist ein Touristenort. Wir erstellten ein 2-tägiges Programm, einen Tag Programm und den anderen Tag für einen Ausflug. Wegen Unwetter und Kälte konnten wir es nicht so verwirklichen. So haben wir dieses Programm am 1.12., also am 1.Advent, in unserem Zentralbüro gestaltet. Dazu wurde unser Erzbischof eingeladen.
Er ist gegen 10.30 angekommen. Mit den Kindern zusammen hat er mit einem Gebet den 1. Advent eingeläutet und die 1. Hoffnungskerze entzündet und eine kleine Rede über Hoffnung gehalten. Viele Kinder waren sehr bewegt, und ihre Zuversicht wurde gestärkt.
Nach dem Adventsgebet haben die Kinder einen Tee getrunken. Viele Kinder sind von weit her gekommen – auch aus allen Enden des Bistums. Dann haben wir in unserem Saal, wo 60 Leute untergebracht werden können, die Scheck-Überreichungs-Zeremonie gestaltet. In meiner Eingangsrede habe ich geschildert, wie wir dazu gekommen sind. Ich habe den Ursprung, den Zweck und die mit dem Projekt verbundenen Erwartungen geschildert. Ich habe auch erwähnt, welche Leute uns helfen und was sie von uns erwarten…. Es sind gläubige Menschen, die an die Liebe und an die Menschlichkeit glauben, und sie erwarten nichts anders, als dass es allen Menschen, vor allen den bedürftigen Dalitmädchen, gut geht. So denkt ihr jetzt an eure Paten- Eltern im Gebet… Und damit habe ich die Mädchen willkommen geheißen.
Zwei Kinder haben ihre familiären Verhältnisse und die täglichen Armuts-Erlebnisse, mit denen sie konfrontiert sind, geschildert. Beide Mädchen, Regin Genova und Ashwini, sind weinend zusammengebrochen, so schwer waren ihre Erfahrungen. Alle Anwesenden waren davon sehr mitgenommen. Auf diesem Hintergrund konnte man verstehen, wie wichtig und notwendig es ist, solchen Menschen zu helfen.
Auch der Erzbischof sprach den Mädchen ermutigende Worte zu. Er sagte: „Es ist eine gute Möglichkeit für euch, bitte, nutzt sie gut. Es sind auch einfache Menschen wie wir, die uns helfen. Es ist ihr großzügiges Herz, das es ihnen erlaubt, euch zu helfen. Bleibt dankbare Mädchen, betet für eure Wohltäter, lernt gut in der Schule, auch Disziplin, Charakterstärke und Großzügigkeit. Wenn ihr einmal große Persönlichkeiten werdet, dann helft auch ihr weiter so vielen Menschen wie möglich…“ Und er bedankte sich bei den Wohltätern und der Organisatorin Angela Madaus. Nach seiner Bitte sind alle aufgestanden, um ihres verstorbenen Mannes Joachim Madaus im Gebet zu gedenken. Dann wurde jedem Mädchen ein Scheck überreicht. Ich schicke dazu die Bilder.
Nach diesem Programm wurden alle Mädchen mit ihrem Elternteil (die meisten Mädchen haben nur ein Elternteil – entweder Mutter oder Vater, –   es gibt Mädchen, die auch beide Eltern verloren haben) zum Mittagessen eingeladen. Sie konnten sich einmal satt essen und waren alle sehr glücklich über das gute Essen. Mich hat der Tag auch ohne Essen gesättigt!
Nachmittags habe ich diese Mädchen gebeten, ihren Paten Weihnachtsgrüße zu schreiben. Was sie schon Zuhause gebastelt haben, haben sie mitgebracht… Ich konnte leider nicht alle Sachen mitschicken, da alles zusammen über 10 Kilo wog. Dennoch habe ich ein paar leichte Sachen geschickt. Außerdem konnte ich nicht alles ins Deutsche übersetzten. Im Weihnachtsmonat war alles ein bisschen zu viel. So habe ich ein paar Lehrer gebeten, diese Texte auf Englisch zu übersetzen. Sie haben es aus Liebe zu den Mädchen gemacht. Das habe ich Euch geschickt. Hoffentlich ist alles angekommen…
Es sind insgesamt 50 Mädchen, die um Hilfe bitten. Ich werde ein Büchlein schicken mit den Daten für diese 50 Mädchen. Es gibt im Moment aber nur 35 Paten. Was diese 35 Paten an Geld gegeben haben, das haben wir auf alle 50 Kinder verteilt. Es wäre schön, wenn wir auch für die weiteren Mädchen eine Patenschaft finden könnten und bitten Sie daher weiterhin um Ihre Hilfe. 
Euch Dank und Gottes Segen!
Gabriel Gnanathiraviam

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