Samstag, 12. September 2026, gegen dreiviertel neun. Ein bis auf den letzten Platz voll besetzter Reisebus des Busunternehmens Kurzenberger aus Sonnenbühl-Erpfingen macht sich von Orschel-Hagen und Pliezhausen aus auf den Weg Richtung Elsass. 58 Frauen und Männer, sowie die zehnjährige Emma sind gespannt was sie dort erwartet, was der Tag an Erlebnissen bringen wird. Begleitet von einem Impuls von Pfarrer Dietmar Hermann, seinem gespendeten Segen und einem gemeinsam gesungenen Lied geht es über die Autobahn, überraschenderweise Stau frei an Pforzheim und Karlsruhe vorbei Richtung französische Grenze. Bevor wir diese überfahren bringt uns Pfarrer Dietmar Hermann in einem kurzen Referat die heilige Odilie, Schutzpatronin des Elsass, ein wenig näher. Dann überfahren wir den Rhein, die Grenze zu Frankreich. Doch von Grenze ist nichts zu sehen, keine Kontrollen. Für mich ein gutes Zeichen für ein offenes, freies Europa. Gegen viertel zwölf war dann Obernai (Obereheheim) erreicht. Unser erstes Ziel an diesem Tag. Nun hatten alle zwei Stunden Zeit dieses kleine, malerische Städtchen zu erkunden, oder es sich einfach bei einem kleinen Imbiss, z.B. Flammkuchen oder Quiche und einem kleinen Gläschen Elsässer Wein gut gehen zu lassen. Eine Tasse Kaffee oder auch ein Eis, erfrischend bei den doch hohen Temperaturen, waren ebenfalls gefragt.

Gegen viertel zwei ging es dann weiter zu unserem zweiten Ziel, dem Odilienberg.
Auf diesem Berg, der sich auf eine Höhe von 763 m über der Oberrheinebene erhebt, steht das Kloster Hohenburg, das der heiligen Odilie gewidmet ist, die das Kloster im Jahr 690 gründete. Der Odilienberg ist heute der bedeutendste Wallfahrtsort des Elsass, von dem aus man auch eine wundervolle Aussicht in die Oberrheinebene bis hin zum Schwarzwald hat.

Vor dem Kloster wurden wir von Frau Herrmann und Frau Weber erwartet, die uns in den nächsten 90 Minuten die Geschichte der heiligen Odilie und des Klosters nahebringen sollten. In dieser Zeit wurde einem schon bewusst dass der Odilienberg ein besonderer Ort, ein Kraftort ist, der auch schon bei den Kelten und den Römern größere Bedeutung hatte. Erwähnenswert ist auch die Ewige Anbetung in der Wallfahrtskirche. Seit dem 5. Juli 1931 beten rund um die Uhr Menschen vor dem Allerheiligsten Sakrament. Auch im zweiten Weltkrieg wurde diese Gebetskette nicht unterbrochen.

Am Ende der Führung hielt Pfarrer Dietmar Hermann noch eine kurze Andacht in einer der Kapellen. Danach blieb noch ein wenig Zeit für einen Kaffee oder Sonstiges bevor es kurz vor vier auf die vorletzte Etappe zu unserem letzten Ziel des Tages ging. Dem Landgasthof Löwen in Neubulach-Oberhaugstett im Schwarzwald. Auf dem Weg dorthin mussten viele Höhenmeter überwunden werden. Das zeigte sich besonders zwischen Bad Griesbach und Kniebis wo sich die Straße in vielen Kurven und Serpentinen um die 400-500 Höhenmeter den Berg hoch schlängelt. Hier konnte unser Fahrer Karl Kurzenberger zeigen was für ein guter Fahrer er ist, indem er uns ganz sanft und ruhig durch die vielen Kurven brachte, so dass es auch niemandem schlecht wurde. Kurz vor halb acht kamen wir dann in Oberhaugstett an, wo im Löwen schon 6 große Tische für uns gedeckt waren.

Für manche Teilnehmer war es das erste Mal dass sie im Löwen waren, für andere war es schon fast ein nach Hause kommen, da wir hier schon das vierte Mal einen Ausflug bei einem sehr guten Abendessen ausklingen ließen. Auch diesmal wurden wir von Familie Blaich und ihren Mitarbeiterinnen nicht enttäuscht und egal ob es zarte Lendchen oder Schwabensalat, Kalbsbrätle oder Schnitzel waren, es hat allen wieder sehr gut geschmeckt. Gegen viertel zehn mussten wir dann aber aufbrechen um noch eine gute Stunde nach Pliezhausen und Orschel-Hagen zu fahren, Eine blöde Umleitung hinter Herrenberg kostete uns dann noch eine Viertelstunde, so dass wir erst um dreiviertel elf, bzw. elf Uhr zu Hause ankamen.

Ein schöner Tag mit sehr vielen schönen, anregenden oder auch bewegenden Eindrücken und Erlebnissen hatte sein Ende gefunden. Vielleicht war es nicht das letzte Mal dass wir auf dem Odilienberg waren, aber auf jeden Fall war es nicht der letzte Ausflug der Seelsorgeeinheit.
Thomas Draxler

