Zum Abschied kamen Pfarrer Dietmar Hermann und zahlreiche Gemeindemitglieder aus St. Andreas in die Jubilatekirche.
Nach acht Jahren in Orschel-Hagen verabschiedete sich Pfarrerin Silke Bartel am Sonntag von ihrer Gemeinde. Um 15 Uhr begann in der Jubilatekirche der Abschiedsgottesdienst. Anschließend gab es im Gemeindehaus bei Getränken und Gebäck viel Zeit für Begegnungen und persönliche Worte.
Seit 2018 hat Silke Bartel das kirchliche Leben in Orschel-Hagen mitgeprägt – in Gottesdiensten und Konfi-Arbeit, bei Tauffesten, im Kindergarten, in der Schule und mit zahlreichen besonderen Projekten.
Den Gottesdienst trugen auch Musik und Stimmen. Ein Jugendensemble sang mehrere Lieder auf Englisch. Der Gemeindechor sang mehrere traditionelle evangelische Lieder.

Viele Gemeindemitglieder aus St. Andreas saßen in der Jubilatekirche – für manche war es bereits der zweite Gottesdienst an diesem Sonntag.
Den Mittelpunkt bildete, wie in evangelischen Gottesdiensten üblich, die Predigt.
Silke Bartel sprach über ihr Leben und über ihren Dienst in Orschel-Hagen. Die Jubilatekirche, sagte sie, sei in Zeiten des Wandels eine glückliche Gemeinde – nicht nur, was Hauptamtliche und Ehrenamtliche angeht. Der Ort habe die Krisen der letzten Jahre durchstanden: Corona, den Krieg in der Ukraine, Gaza, die Energiekrise.
Eine der berührendsten und unruhigsten Stellen der Predigt war die Frage: Bin ich nicht schuldig? Silke Bartel beantwortete sie mit Nein. Was eine Ortsgemeinde heute erlebt, ist nicht die Schuld einer Einzelnen. Es ist das örtliche Gesicht dessen, was Kirche weltweit in der Moderne durchlebt.
Im Zentrum der Predigt stand ihre Mutter. Sie hat der Tochter etwas wie ein Vermächtnis hinterlassen: streiten heißt diskutieren; neugierig bleiben; offen bleiben; der institutionellen Kirche gegenüber eine kritische Distanz halten. Diese Weisheit hat Silke Bartel durch ihr Leben geleitet. Nun gibt sie sie weiter.

Zu den stärksten Bildern des Nachmittags gehörte der Augenblick, in dem Silke Bartel ihre Amtstracht ablegte – Zeichen des Dienstes und der Verantwortung. Sie geht in eine andere Gemeinde und gibt ihren Platz hier weiter.
Zum Abschied kam auch Pfarrer Dietmar Hermann in die Jubilatekirche und überreichte Silke Bartel ein Geschenk, das unsere Gemeinde St. Andreas für sie vorbereitet hatte.
Im Gemeindehaus ging das Fest weiter. Die Gäste konnten sich an Kaffee und Kuchen stärken.

Hintergrund ihres Wechsels ist die geplante Reduzierung ihrer Pfarrstelle auf 50 Prozent. Silke Bartel übernimmt künftig eine Pfarrstelle in Stuttgart-Birkach.
Wir danken Silke Bartel für die gute Nachbarschaft und die herzliche ökumenische Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren neuen Weg Gottes Segen.
Text, Fotos: Aleksei Volchkov







